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a. Continued:   Als Clöteraner nach Russland ausgewandert Band I (1990) Spalten 1069-1070 Autor: Friedrich Wilhelm Bautz CLOETER, Samuel Gottfried Christoph, Pfarrer, biblizistischer Chiliast und apokalyptischer Schwärmer, Begründer der Gemeinde Gnadenburg im Kaukasus, * 11.10. 1823 in Bayreuth als Sohn eines Theologen, der damals Gymnasialprofessor war, † 20.3. 1894 in Weiltingen bei Gunzenhausen (Mittelfranken). - C. studierte bis 1845 in Erlangen, Leipzig und wieder in Erlangen und wurde 1847 ordiniert. Er war dann Vikar in Happurg bei Hersbruck, 1849-56 Pfarrverweser in der reformierten Gemeinde Marienheim im Donaumoos, 1856/57 in Woringen bei Memmingen, dann in Reutin bei Lindau und wurde 1861 Pfarrer in Illenschwang bei Dinkelsbühl. - C., dem ein ausgezeichneter Lebenswandel nachgerühmt wird, wurde bekannt durch seine Auseinandersetzungen mit dem Kirchenregiment wegen seiner Stellungnahme zum Kirchen- und Bekenntnisproblem und seiner in seinen Predigten und Büchern bekundeten chiliastischen Schriftauslegung. Sie setzten schon früh ein und führten 1855 wegen "lutherischer Färbung der Abendmahlslehre" zu seiner Entlassung aus dem Dienst der reformierten Gemeinde Marienheim, um deren Aufbau er sich sehr eifrig bemüht hatte, und schließlich nach vielem Hin und Her und wiederholter Androhung der Entlassung aus dem bayrischen Kirchendienst im Dezember 1880 zur Amtsenthebung, in das er trotz seines Antrags von 1886 nicht wie- der eingesetzt wurde. - 1866 begründete C. die Zeitschrift "Brüderbote", durch die er seine Anhänger sammelte. Im 2. Band dieser Zeitschrift (1870-72), die mit 2000 die höchste Bezieherzahl erreichte, forderte C. die Brüder auf zum Zusammenschluß in kleinen Kreisen. 1873 gründete er die "Evangelische Gesellschaft für Bayern", die keine Separation von der Kirche sei, keine Sektengemeinschaft, wie es in § 1 der Satzungen heißt. Im "Brüderboten" riet C. den Gläubigen, vor den Drangsalen der nahen Herrschaft des Antichristen nach Rußland zu ziehen. Zur Vorbereitung einer großen Auswanderung reiste er im Mai 1874 nach Rußland und besuchte Odessa und die Krimgegend mit zahlreichen evangelischen und freikirchlich-baptistisch-mennonitischen Gemeinden. 1878 führten drei seiner Kundschafter eine Reise in den Nordkaukasus durch. Auf seiner Reise seit Juni 1880 drang C. in das Innere des Kaukasus vor. Nach seiner Amtsentsetzung widmete er sich mit ganzer Kraft der "Auszugssache". C. grenzte sich von anderen Auswandererguppen ab und sammelte seine Anhänger in einer eigenen Gemeinde. Am Nordrand des Kaukasus kaufte er Land und gründete 1881 am Terek die Siedlung "Gnadenburg". Sie wurde 1882 durch sein Gemeindestatut eine freie Kirchengemeinde Augsburgischen Bekenntnisses, der der Zar später die beantragten Privilegien bewilligte. Einen Lehrer ordinierte C. zum Prediger der Gemeinde. Von Weiltingen aus, der Heimat seiner Frau, besuchte er im April 1884 die Gemeinde in Gnadenburg. 1888 entstand in der Gemeinde Emmaus eine Filiale von Gnadenburg. Im April 1892 trat C. seine letzte Reise nach Gnadenburg an. Auch nach C.s Tod hat sich die Gemeinde ruhig entwickelt. Nach dem 2. Weltkrieg kamen nur sehr wenige Bewohner von Gnadenburg nach Deutschland zurück. Werke: Eine Herde unter Einem Hirten im Kgr. Jesu auf Erden. Bibl. Weissagungen erl. in kirchl. Betrachtungen v. XXII. Sonntag nach Trinitatis bis z. Epiphanienzeit, Reutin bei Lindau (Bodensee) 1859 (hrsg. v. A. de Bruyn-Ouboter, Nördlingen 19306); Auflösung der geheimen Zahl 666 in der Offb. St. Joh., oder: einzig richtiger Schlüssel z. Verständnis der jetzigen Weltereignisse u. der Napoleon. Herrschaft, Augsburg 1860; Das ewige Ev. v. kommenden Weltreich des Messias (Smlg. v. Predigten), 1861; Glaubens-Bekenntnis u. Glaubens-Gesch. v. Kgr. Jesu u. Gottes (in Zus.arb. mit Pfr. Gottfried Philipp Friedrich Eisenschmid, 1832-96, u. Pfr. Christian Gustav Poppel, 1834-1908), Dinkelsbühl 1874; Katechismus über die Offb. St. Joh., Basel 1865. Gab heraus: Brüderbote, 7 Bde., 1866-94. Lit.: Christian Poppel, Der "Brüderbote" im Gericht seiner luth. Gegner. Offenes Sendschreiben an den ungenannten Verf. der "Zwei Gespräche zw. Hans u. Kunz z. Abwehr chiliast-unionist. Einflüsse des Pfr. C.", Erlangen 1873; - P. K. (Prediger Köhler, ein ehem. Lehrer u. v. C. z. Predigtamt in seiner Gemeindegründung "Gnadenburg" ordinierter Prediger), S. G. C. C., ein Freund Jesu u. seines himml. Kgr., Ansbach 1896; - Dannenbauer, Erinnerungen an Pfr. C., in: Korr.bl. f. die ev.-luth. Geistlichen in Bayern rechts des Rheins 55, 1930, Nr. 1; - Hermine Cloeter, Verklungenes Leben. Die Gesch. einer Familie im Spiegel der Zeiten, Neustadt/Aisch 1960, 162 ff.; - Friedrich Wilhelm Kantzenbach, Zwei kirchl. "Fälle" im 19. Jh. Die Pfarrer S. G. C. u. Christian Felix Illing in ihrer Auseinandersetzung mit dem bayer. Kirchenregiment, in: ZBKG 36, 1967, 66 ff.; - Ders., S. G. C. C. u. seine Gründung Gnadenburg im Kaukasus, ebd. 37, 1968, 228 ff. Letzte Änderung: 12.06.2001 There were to be periodic revivals of the certainty of the nearness of the end with the accompanying concern for the purity of the church. The 19th century in particular provides both specific cases of apocalyptic belief and action as well as an upsurge of apocalyptic consciousness in general. The French Revolution and its aftermath (1789-1815) were interpreted by German Pietists as the beginning of the rule of the antichrist. This interpretation profoundly influenced Mennonites in Russia through the preaching of Eduard Wüst and contributed to the emergence of the Mennonite Brethren. A few decades later, under the influence of the writings of Jung-Stilling and S. G. C. Clöter, a group of Mennonites from the Trakt (Am Trakt) and Molotschna settlements left under the leadership of Claas Epp for Central Asia (Asiatic Russia), there to await the second coming of Christ. Radical separation from the world and the determination to keep God's little flock pure were fundamental features of these events. Similar influences prompted some Mennonites to join the Templar movement which was related to the place of the Jews and their homeland in the endtime events. http://www.mhsc.ca/encyclopedia/contents/A64ME.html 1767 von englischen Siedlern gegründeten Dorf Warenburg auf der Wiesenseite der Wolga. Eines der größten, reichsten und schönsten deutschen Orte an der Wolga. Nach dem großen wolgadeutschen Bauernaufstand im April 1918 gegen die Rotarmisten, der von Warenburg ausging, wurden viele Aufständler erbarmungslos hingerichtet http://www.germans-russia-pdx.com/Warenburg/ http://www.germans-russia-pdx.com/Warenburg/Warenburg_Photos.htm http://www.russlanddeutschegeschichte.de/deutsch3/semstwop_beratung_warenburg.htm Interessante Infos http://www.russlanddeutschegeschichte.de/Kulturarchiv/Kalender/dezembertext.htm English http://www.artukraine.com/events/leninpos.htm


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